Digitalisierung in der Land- und Lebensmittelwirtschaft

Nachbericht zum Farm & Food 4.0 Kongress in Berlin

„Don’t Sleep – Die Digitalisierung nicht verschlafen“, so lautete das Motto der diesjährigen Farm & Food 4.0 Tagung an der auch die Nufarm teilgenommen hat. Am 21. Januar 2019 fanden sich in Berlin ca. 400 Experten aus Wissenschaft, Land- und Agrarwirtschaft sowie der Lebensmittelbranche zu dem nunmehr vierten Kongress dieser Art ein, der jedes Jahr im Zuge der Internationalen Grünen Woche in Berlin stattfindet.

Drohnen, Precision Farming mit pflanzenindividueller Düngung und gezieltem Pflanzenschutz, Fleisch aus der Petrischale – sog. Clean Meat – sowie Blockchain-Technologie und digitale Vertriebsstrukturen: Die Digitalisierung hat sich in der Land- und Ernährungswirtschaft bereits tief verankert. Man ist sich jedoch einig, dass noch viel Luft nach oben ist und es gibt auch Stimmen, die ernüchternd wirken. Michael Horsch, Geschäftsführer der Horsch Maschinen GmbH, war von Anfang an ein Fan der Digitalisierung. Zumindest was den Ackerbau angeht, konnte das Publikum nun aber deutliche Ernüchterung spüren. Laut Horsch bestehe ein kausaler Zusammenhang zwischen dem Grad der Digitalisierung und dem Reinertrag. „Betriebe mit den höchsten Reinerträgen haben ein Minimum an Digitalisierung“, erklärte Horsch vor den 400 Gästen. Deutlich positiver fiel die Einschätzung von Frau Prof. Dr.- Ing. Cornelia Weltzien aus, die für das Leibnitz Institute for Agricultural Engineering und Bioeconomy e. V. in Potsdam tätig ist: „Die Digitalisierung kann helfen, mit den enormen (Rechen-) Ressourcen, die zur Verfügung stehen, aber auch mit den neuen Methoden des Machine Learnings, komplexe Zusammenhänge einfacher begreifbar zu machen und einfacher zu managen“.  

Neben vielen weiteren sehr interessanten Redebeiträgen, Podiumsdiskussionen und Gesprächsrunden, war die Keynote der Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner ein Höhepunkt der Veranstaltung. In ihrer Ansprache betonte sie die enormen Potenziale, welche sich durch die Digitalisierung für die Landwirtschaft ergeben. „Umso wichtiger ist es deshalb, global den Zugang zu digitalen Technologien zu verbessern und zu erleichtern“ war eine ihrer Kernaussagen.

Die Zukunft der Land- und Ernährungswirtschaft und so auch des Pflanzenschutz liegt in der besseren Verknüpfung hin zu einem dynamischen Wertschöpfungsnetzwerk und die Digitalisierung bietet dafür spannende Möglichkeiten jedoch mit vielen offenen Fragen, die auf dieser Konferenz gestellt, diskutiert und teilweise auch beantwortet wurden.


Zum Autor: 

Philip Steinberger arbeitet seit Dezember 2017 bei der Nufarm Deutschland GmbH und ist als Produktmanager für die Maisherbizide, Totalherbizide, Insektizide und Getreidebeizen verantwortlich. Zuvor absolvierte er seinen Hochschulabschluss als M. Sc. Agrar an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und fand seinen direkten Einstieg in die Agrarbranche bei der Nufarm Deutschland GmbH.   

 

Bildquelle Titelbild: Farm & Food 4.0 /  Deutscher Bauernverlag GmbH
Bildquelle Beitragsbilder: Nufarm Deutschland GmbH