Hirsearten unterscheiden

Richtige Mittelwahl kann ökonomische Aspekte beinhalten

Die Pflanzenschutzstrategie im Mais muss sich nach dem Ungras richten. Verschiedene Hirsearten und Ackerungräser wie Quecke und Ackerfuchsschwanz sind da zu differenzieren. Ebenso sollte auf die Knöterichwirkung der eingesetzten Mittel geachtet werden. In den letzten Jahren treten vermehrt Storchschnabel, Ackerkratzdistel wie auch Ackerwinde und Ackerschachtelhalm auf. Der Einsatzzeitpunkt wiederum ist nach Ungrasarten, Auflauf in Wellen, Größe der Unkräuter und ebenso unter dem Aspekt der Verträglichkeit zu wählen. Entsprechend der Situation sind Bodenwirkstoffe und blattaktive Substanzen einzusetzen. Die Vielfalt ist groß. Oft werden Kombinationen eingesetzt, die über den tatsächlichen Bedarf hinaus gehen: denn Hirsearten sollten unterschieden werden. Verträgt die Hühnerhirse kältere Temperaturen, liebt die Fingerhirse höhere Gradzahlen und läuft später auf. Den Unterschied zu bestimmen ist nicht nur hinsichtlich der Wirkung nötig. Es kann auch ein ökonomischer Aspekt bei der Mittelwahl sein.

Verschenkte Wirkung

In den mittleren und nördlichen Gebieten dürfte die Fingerhirse kaum verbreitet sein, so dass die Hühnerhirse als Leithirse angesprochen werden kann. Ist der Hirsedruck so stark, dass eine einmalige Behandlung mehrere Auflaufwellen und Hirsearten nicht mehr kontrollieren kann, müssen boden- und blattaktive Mittel geschickt kombiniert werden. Für diese Fälle bieten sich „Allround“-Packs an. In vielen Regionen ist zur Anwendung dieser bodenaktiven Gräserwirkstoffe die Witterung allerdings ungünstig: dem Boden fehlt die Feuchtigkeit. Die Wirkungsgrade gehen stark zurück. Sind es beispielsweis nur 60%, muss man sich eingestehen, dass von 1 Euro Mittelpreis nur 60 Cent in die Wirkung gegangen sind. Ergebnis: hier wird verschenkt. Wenn nur Hühnerhirse oder Borstenhirse auftritt, ist der Einsatz von Mitteln mit vollumfänglichen Hirsespektrum nicht nötig. Die Kombinationen Zeagran® Clean Combo ist dann die wirtschaftlichere Lösung. Überdenken sollte man ebenso den Einsatz von Flufenacet im Mais. Dieser Wirkstoff wird hinsichtlich der Ackerfuchsschwanzbekämpfung im Getreide zwingend für den Einsatz im Herbst benötigt und gehört aus Resistenzgründen nicht in den Mais. Auf den Problemstandorten mit Ackerfuchsschwanz müssen in Zukunft komplexe Lösungsansätze im Rahmen der Fruchtfolge umgesetzt werden. Wer noch keine Resistenzen hat, sollte im Mais auf Flufenacet verzichten.

Bromoxynil bereits enthalten

Für den Anwender wird es wirtschaftlicher, wenn er mit Nicosulfuronpräparaten arbeitet. Zudem erfasst dieser Wirkstoff zugleich Ackerfuchsschwanz und Quecke. Die Gräser müssen aufgelaufen sein, da diese Mittel über das Blatt wirken. Dass Nicosulfuron nur alle zwei Jahr auf derselben Fläche eingesetzt werden darf, sollte in den meisten Betrieben kein Problem darstellen. Mais auf Mais ist in der Fruchtfolge eher selten. Als dikotyler Partner gegen allgemeine Verunkrautung eignet sich Zeagran® Ultimate, das einzige Präparate mit Terbuthylazin (TBA) und Bromoxynil in einer Fertigmischung. In Kombination mit Ikanos® als Nicosulfuronpräparat und Kideka® als Mesotrionepartner mit bekannter ergänzender Wirkung gegen Hirse ist die Ungras- und Unkrautpopulation vieler Maisflächen mit guter bis sehr guter Wirkung zu regulieren. Gerade Knöteriche und auch Storchschnabelarten können gut zurückgedrängt werden. Alle drei Mittel sind im Zeagran® Clean Combo enthalten. Aufwandmengen von jeweils 1 l/ha bei allen drei Mitteln in der Kombination sind einfach zu handhaben. Die Produkte stehen auch einzeln zur Verfügung und können so in vielfältigen Kombinationen angewendet werden. Wer TBA-frei arbeiten möchte, kann mit Nagano® (Mesotrione und Bromoxynil) als Mischpartner zum Beispiel zu Ikanos® in „sensiblen“ Gebieten mit je 1 l/ha gute Erfolge erzielen.    

Es ist wichtig, auf die jeweiligen Bedingungen vor Ort flexibel einzugehen. So kann bei anhaltender Trockenheit eine blattaktive Maßnahme von Vorteil sein. Und der Einsatz von Bodenpartnern sollte dann aus wirtschaftlichen Gründen überdacht werden. Mit dem Maisportfolio von Nufarm bieten sich Möglichkeiten, die alle Varianten zulassen. Ob rein blattaktiv oder mit Bodenpartner, als Einmalanwendung oder im Rahmen einer Spritzfolge und auch TBA-frei – alles ist möglich.        

Gräser unterscheiden sich oft im Detail: links Taube Trespe, der eindeutige Unterschied ist das fehlende Blatthäutchen bei der Hühnerhirse rechts


Zum Autor:             

Torsten Mörstedt arbeitet seit 2008 bei der Nufarm Deutschland GmbH und ist als Customer Marketing Manager und als Regionalleiter Kurhessen im Team Süd tätig.