Alles zur Nikolausspritzung

Ackerfuchsschwanz im Wintergetreide zum Vegetationsende bekämpfen –

Der milde Witterungsverlauf der letzten Wochen bedingte eine frühe Ernte, gute Aussaatbedingungen und somit zum Teil frühe Herbizidmaßnahmen. Nun ist in einigen Regionen eine Nachbehandlung in der sogenannten Nikolausspritzung notwendig. Die Nikolausspritzung ist eine im Kalenderjahr späte Behandlung gegen schwer bekämpfbaren Ackerfuchsschwanz im Wintergetreide. Es wird dabei auf ein blattwirksames Produkt zurückgegriffen, wenn bereits zu einem früheren Zeitpunkt ein bodenwirksames Herbizid appliziert wurde.

Dies kann unter Umständen bei früher Aussaat oder reduzierter Bodenbearbeitung erforderlich sein. Aufgrund des enormen Samenpotentials des Fuchsschwanzes kann partiell die früher angesetzte Behandlung (z.B. mit Flufenancet) schon nicht mehr ausreichen, zum Beispiel, wenn der Ackerfuchsschwanz zu weit entwickelt ist: Ab dem Zweiblattstadium des Ungrases kann die Wurzel schon so tief sein, dass bodenwirksame Mittel diese nicht nachhaltig bekämpfen können.
Eine effektive Bekämpfung kann nur durch das Zusammenspiel pflanzenbaulicher Maßnahmen der guten fachlichen Praxis (Bodenbearbeitung, Fruchtfolge, Saattermin…) gewährleistet werden, so auch die richtige Pflanzenschutzmittelstrategie.

Bei einem bestockenden Ackerfuchsschwanz kann insbesondere eine Nachbehandlung im Spätherbst sinnvoll sein, wenn Wirkstoffe einer Frühjahrsbehandlung Nachbaueffekte verursachen könnten. Zu beachten sind optimale Applikationsbedingungen sowie der Anwendungszeitraum: Die Vegetation sollte vermindert, jedoch noch aktiv sein, damit Wirkstoffe in der Pflanze verlagert, jedoch nicht zu schnell metabolisiert werden. Es sollte sich bis zur Anwendung genügend Blattmasse gebildet haben. Zur Unterstützung der Penetration und Wirkung wird die Zugabe eines Additivs empfohlen.   

Ackerfuchsschwanz, Alopecurus myosuroides

Wir empfehlen Sword® mit 214 g/l Clodinafop als Wirkstoff und einer Aufwandmenge von 0,25 l/ha. Sword® wird angewendet, wenn der Fuchschwanz das dritte Laubblatt entfaltet hat und ein Bestockungstrieb sichtbar ist. Der Wirkstoff Clodinafop eignet sich gut zur Entlastung anderer Wirkstoffe in der Bekämpfung des Fuchsschwanzes auch in anderen Getreidekulturen.

Empfehlung:

*Kantor® reg. WZ der Interagro (UK) Ltd.

Die Zugabe des FHS Kantor® wird mit einer Konzentration von 0,15% in der Spritzbrühe zur besseren Benetzung und Penetration empfohlen.

Sword® ist in Winterweichweichweizen, Winterhartweizen (Winterdurum), Wintertriticale und Winterroggen zugelassen und kann nach Länderrecht an Gewässer gespritzt werden, zudem kann Sword® ebenfalls im Frühjahr angewendet werden.

 

Zum Autor:

Matthias Kirchhof ist seit August 2020 Produktmanager bei der Nufarm Deutschland GmbH. Zuvor arbeitete Matthias Kirchhof im Marketing und Vertrieb von Pflanzenschutzlösungen und Smart-Farming Konzepten in mehreren Unternehmen.