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Autor
Lena Meyer
Produktmanagerin
Erscheinungsdatum
15/01/2024

Rapsschädlinge wie der Gefleckte Kohltriebrüssler, Großer Rapsstängelrüssler und Rapsglanzkäfer können erhebliche Schäden im Raps verursachen. Die Biologie und die Bekämpfung wird in diesem Beitrag näher betrachtet.

1) Einleitung

In der Landwirtschaft sind verschiedene Rapsschädlinge von Bedeutung, die den Anbau von Raps beeinträchtigen können. Zu den häufigsten gehören:

Großer Rapsstängelrüssler, Rapsschädling Frühjahr

Großer Rapsstängelrüssler

Der Große Rapsstängelrüssler (Ceutorhynchus napi) ist mit 3,2 – 4 mm Körperlänge der größte Rüsselkäfer, der am Raps auftritt.

Gefleckter Kohltriebrüssler

Der Gefleckte Kohltriebrüssler (Ceutorhynchus pallidactylus), mit ca. 2,5 – 3 mm Körperlänge, ist durch seine rotbraunen Fußglieder und weißgeschuppten Flügeldecken erkennbar.

Gefleckter Kohltriebrüssler; Rapsschädling Frühjahr

Schwarzer Kohltriebrüssler

Darüber hinaus tritt noch der 2,4 – 3,7 mm große Schwarze Kohltriebrüssler (Ceutorhynchus picitarisis) auf, der im Gegensatz zum gefleckten Vertreter schwarz glänzend gefärbt ist.

Rapsglanzkäfer an Rapsblüte, Rapsschädling Frühjahr

Rapsglanzkäfer

Der Rapsglanzkäfer (Brassicogethes aeneus) kommt am häufigsten und in großer Zahl in Rapsflächen vor. Er bohrt sich in Blütenknospen, um den Pollen zu fressen und stellt auf Grund von zunehmenden Resistenzen gegenüber Pyrethroiden erster und zweiter Klasse eine Bedrohung dar.

Kohlschotenrüssler

Der Kohlschotenrüssler (Ceutorhynchus assimilis), Vertreter der Schotenschädlinge,  ähnelt dem Großen Stängelrüssler, ist jedoch mit 2,5 – 3 mm Körperlänge kleiner.

Kohlschotenrüssler, Rapsschädling Frühjahr
Kohlschotenmücke

Kohlschotenmücke

Die Kohlschotenmücke (Dasineura brassicae) ist eine 1,2 – 1,5 mm große Mücke mit einem braunschwarzen, oberseits weiß behaarten Brustabschnitt und rötlichem Hinterleib. Wirtschaftlich bedeutend ist die Mücke nur in Verbindung mit dem Kohlschotenrüssler.

Rapserdfloh

Der Rapserdfloh (Psylliodes chrysocephala) ist ein auffallend großer Erdfloh (3 – 4,5 mm), der sich auf Raps spezialisiert hat und durch starke Oberschenkel an den Hinterbeinen charakterisiert ist. Der Lochfraß an den Blättern ist bei geringem Befall selten wirtschaftlich bedeutend, während der Minierfraß der Larven in den Blattstielen enorme Schäden verursachen kann.

Rapserdfloh

Weitere Schädlinge 

Zu den weiteren Schadinsekten des Rapses zählen unter anderem Kohlgallenrüssler, kleine Kohlfliege, Blattstielminierfliege, Rübsenblattwespe sowie Läuse- und Mottenarten.

Sie haben Fragen zur Bekämpfung von Rapsschädlingen?

Wir beraten Sie gerne zur Bekämpfung von Rapsschädlingen, auch zu Strategien zur Bekämpfung resistenter Schädlinge wie Gefleckter Kohltriebrüssler.

2) Früh auftretende Rapsschädlinge

Zu den früh auftretenden Schädlingen im Frühjahr zählen der Große Rapsstängelrüssler und der Gefleckte Kohltriebrüssler, welche beide den Ertrag negativ beeinflussen können. Um Schaden zu minimieren ist ein tiefgreifendes Verständnis ihrer Biologie und Verbreitung erforderlich.

In diesem Blogbeitrag werfen wir einen genaueren Blick auf die früh auftretenden Rapsschädlinge und ihre Auswirkungen auf den Rapsanbau. Erfahren Sie, wie Sie mit diesen Herausforderungen umgehen können und welche präventiven Maßnahmen in der Landwirtschaft ergriffen werden, um die Ausbreitung dieser Schädlinge einzudämmen.

Beide Schädlinge verlassen im Frühjahr bei Erwärmung der oberen Bodenschichten ihr Winterquartier welches Feldsäume, Hecken, Büsche oder Schläge sein können, auf welchen das Jahr zuvor Raps stand. Der Große Rapsstängelrüssler ist der erste Schädling, der in den Rapsbestand einfliegt.

 

2.1) Eigenschaften des Großen Rapsstängelrüsslers:

1. Bedeutung im Rapsanbau

Der Große Rapsstängelrüssler ist besonders in Anbaulagen in denen ungünstige Bedingungen für die Entwicklung des Rapses herrschen, z.B. Spätfrostgefahr, schädlich. Nach einem Befall steigt das Risiko einer Phomainfektion enorm.

2. Biologie

Der Rapsstängelrüssler überwintert als Käfer in der Erde und verlässt diese ab Lufttemperaturen von 9-12° C. Nach einem zweiwöchigen Reifungsfraß beginnt das Weibchen mit der Eiablage. Dabei kann ein Weibchen bis zu 100 Eier ablegen.

3. Schadbild

Das Weibchen legt bevorzugt die Eier direkt in den Stängel. Dabei gibt der Rüsselkäfer ein pflanzenphysiologischen toxischen Stoff ab, welcher zu den typischen S-förmigen Verdrehungen führt. In nassen Jahren oder nach Frost neigt der Stängel aufzuplatzen. Zudem fressen sich die Larven in das Stängelmark.

4. Befall 

Der erste Einflug erfolgt Ende Februar/Anfang März. Die Befallsermittlung erfolgt durch Zählung in Gelbschalen. 

5. Bekämpfung

Die Bekämpfung sollte innerhalb von drei Tagen nach Erreichen der Schadensschwelle mit Kontakt- und Fraßinsektiziden erfolgen. Bei anhaltendem Zuflug kann eine Behandlung eventuell nach 14 Tagen wiederholt werden.

 

2.2 Eigenschaften des Gefleckten Kohltriebrüsslers

1. Bedeutung im Rapsanbau

Die Schadwirkung des Gefleckten Kohltriebrüsslers wird im Vergleich zum Großen Rapsstängelrüssler als geringer eingeschätzt, da keine S-förmigen Verwachsungen auftreten. Dennoch kann auch dieser Schädling erhebliche Schäden verursachen. Problematisch hierbei sind regional auftretende Resistenzen bei Pyrethroiden.

2. Biologie

Der Gefleckte Kohltriebrüssler erscheint zeitgleich mit dem Rapsstängelrüssler, teilweise auch etwas später. Nach einem kurzem Reifungsfraß erfolgt die Eiablage, vorzugsweise in Blattstiele oder auch Stängel. Die Larven fressen Blattmittelrippen, -stiele und Triebe. Nachfolgend verpuppen sich die Larven bis kurz vor Rapsernte und treten dann erneut als Jungkäfer zurück in die Bestände ein ohne wirtschaftliche Schäden zu hinterlassen. 

3. Schadbild:

Das Schadbild ähnelt dem des Großen Rapsstängelrüsslers, jedoch fehlt die S-förmige Stängelverkrümmung. Schäden entstehen durch den Larvenfraß im Stängelmark sowie sekundäre Infektionen durch Pilzkrankheiten. Larvenfraß kann auch in der Mittelrippe der Blätter auftreten, möglicherweise gemeinsam mit schwarzköpfigen Erdflohlarven.

4. Befall 

Erstes Auftreten, Hauptzuflug und Fraßtätigkeit entsprechen dem des Großen Rapsstängelrüsslers, in manchen Jahren jedoch etwas verzögert. Die Befallsermittlung erfolgt durch Auszählung in Gelbschalen, wobei auf die rotbraunen Fußglieder geachtet werden muss. 

5. Bekämpfung:

Die Bekämpfung erfolgt, wie beim Großen Rapsstängelrüssler, vorzugsweise innerhalb von drei Tagen nach Erreichen der Schadensschwelle. Der Gefleckte Kohltriebrüssler gilt als Wegbereiter für Krankheiten.

 

Fazit:

Die erfolgreiche Kontrolle beider Schädlinge erfordert präzise Überwachung und eine schnelle Reaktion. Wirksame Produkte, die auf effiziente Weise zur Schädlingsbekämpfung beitragen, sollten dabei in Betracht gezogen werden. Der Schutz der Rapsflächen ist entscheidend für einen ertragreichen Anbau und eine rentable Landwirtschaft.

 

 

Unsere Empfehlung: Carnadine® 200 

Carnadine® 200 ist die einzigartige Flüssigformulierung des Wirkstoffs Acetamiprid mit systemischer Verteilung in der Pflanze. Carnadine® 200 ermöglicht einen frühen Einsatz im Rapsanbau ab BBCH 31 und bietet eine effektive Bekämpfung der Rüsselkäfer.

Carnadine Empfehlung im Raps

Nach Überschreitung der Schadschwellen des Großen Rapsstängelrüsslers (5 Käfer/GS innerhalb von 3 Tagen) empfehlen wir den Einsatz unseres Insektzides Kaiso Sorbie®. Kaiso Sorbie® enthält den Wirkstoff 50 g/kg lambda-Cyhalothrin und mit 150 g/ha angewendet. 

Zur Bekämpfung der Gefleckten Kohltriebrüsslers, insbesondere bei auftretender Pyrethroidresistenz, empfehlen wir unsere neue Lösung Carnadine® 200. Carnadine® 200 erfasst zeitgleich auftretende Rapsglanzkäfer effektiv (keine Indikation).

 

Produktvorteile:

 

1. Einzigartige Flüssigformulierung:

Carnadine® 200 ist das einzige flüssig formulierte Acetamiprid für eine einfache Handhabung.

2. Systemische Verteilung in der Pflanze

Durch seine systemische Verteilung dringt Carnadine® 200 tief in die Pflanzengewebe ein, was zu einer langanhaltenden Wirkung führt.

3. Früher Einsatz im Raps

Carnadine® 200 ist ab BBCH 31 zugelassen, was die Möglichkeit gibt, frühzeitige Maßnahmen gegen den Großen Rapsstängelrüssler und den Gefleckten Kohltriebrüssler zu ergreifen. Ein zeitiger Einsatz ist entscheidend für den Schutz der Kultur.

4. Hohe Wirksamkeit

Carnadine Wirkung gegen Kohltriebrüssler

Carnadine® 200 ist das einzige zugelassene Acetamiprid in diesem Bereich und bietet eine hochwirksame Alternative zu anderen Produkten. Mit seiner breiten Wirksamkeit deckt es sowohl den Großen Rapsstängelrüssler als auch den Gefleckten Kohltriebrüssler ab. Darüber hinaus erfasst Carnadine® 200 den Rapsglanzkäfer. Carnadine® 200 ist damit das erste Insektizid zur Bekämpfung von Kohltriebrüsslern, welches nicht auf der Wirkstoffgruppe der Pyrethroide basiert.

Zu den Produktseiten:

Carnadine® 200

Kaiso Sorbie®

Grundsatzregeln zur Bekämpfung von Rapsschädlingen und Vermeidung von Resistenzbildungen

Nur gezielter Einsatz von Insektiziden nach Überschreitung des Bekämpfungsrichtwertes, um Selektionsdruck zu reduzieren!

  • Hilfsmittel wie Gelbschalen nutzen und Zuflug überwachen
  • Nicht zu früh behandeln
  • Insektizide mit voller Aufwandmenge nutzen

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